Der Reformgeist

Im Jahre 2016 postuliert „Die Welt“ im Wirtschaftsteil: „Den Deutschen fehlt es an Mut und Ideen.“ Was ist da los? Ist uns der Gründergeist verloren gegangen?  

Deutsche Unternehmen entwickeln zwar fleißig weiter, aber leider nur wenig Neues. Und mit Neuem meine ich nicht nur den Produktbereich. Ich spreche vielmehr von den grundlegenden Geschäftsideen und Geschäftsmodellen. Von Strategien und Strukturen. Von Prozessen und Operationalisierungsmethoden.

Hier wird solange an den „alten Zöpfen“ herumfrisiert, bis keine Haare mehr vorhanden sind, oder man überrascht feststellt, dass die Kunden inzwischen auf Kurzhaarfrisuren stehen.

 

Aus diesem Grund fordere ich, neben der Wiederbelebung von Gründergeist, dass unverzüglich ein hohes Maß an Reformgeist in deutschen Unternehmen Einzug hält.

 

Innovation, Kreativität und Veränderung sind die Treiber des zukünftigen Erfolges. Das ist leicht gesagt. Was ist zu tun?  

 

Innovation und Kreativität können einen zwar wie der Blitz treffen, in der Regel jedoch steckt darin ein langwieriger Schaffensprozess. Nicht selten sind viele Beteiligte notwendig für die Kreativphase. Für die Umsetzung allemal. Veränderung ist immer harte Arbeit, verbunden mit höchstem Anspruch an die Führungs- und Kommunikationskompetenzen derer, welche die Veränderung vorantreiben.

 

Das gesamte Unternehmen ist betroffen. Die einen mehr, die anderen weniger. Deshalb fallen auch die Reaktionen auf abrupte Veränderungen individuell, zeitversetzt und in der Intensität unterschiedlich aus.


Genau gleich wie wir alle jetzt gerade in der Corona Krise, durchlaufen Mitarbeiter eines Unternehmens nach dem Modell von Streich sieben Phasen individueller emotionaler Reaktion:

“Innovation, Kreativität und Veränderung sind die Treiber des zukünftigen Erfolges.“

Überraschung und Schock

„Das darf doch nicht wahr sein“

 

Ablehnung und Verneinung

„Das geht doch nicht.“ „ Da mache ich nicht mit.“       

 

Rationale Einsicht

Ja-aber-Sätze: „Vielleicht müssen wir das wirklich tun, aber es wird nicht funktionieren.“     

  

Emotionale Akzeptanz

„Stimmt schon, wahrscheinlich hätten wir das schon viel früher machen sollen.“ 

     

Ausprobieren und lernen

„Ich bin neugierig, das mal auszuprobieren.“     

  

Erkenntnis

„Funktioniert ja wirklich.“ „Das schaffen wir.“   

Integration

„Ist ja selbstverständlich.“ „Das machen wir immer so.“

Führungskräfte müssen sich auf alle Aspekte der Veränderung, des Wandels im Unternehmen einstellen und die dabei anfallenden Herausforderungen „managen“.

 

Folgende Ebenen der Veränderung verdienen besondere Beachtung:

Ebene des Individuums

Hier gilt es, das von Veränderung Betroffene ihre Denk- und Verhaltensmuster ändern, um die Veränderungsziele im Alltag umzusetzen.

Ebene des Teams

Um Gruppen von Mitarbeitern durch den Wandel zu begleiten, sind Kenntnisse von gruppendynamischen Prozessen die Voraussetzung.

Ebene der Organisation

auf dieser obersten Ebene werden zahlreiche Aspekte neu gestaltet, z. B. Visionen, Strategien, Ziele, Strukturen, Prozesse, Ressourcen, Unternehmenskultur oder Rollen.

 

Ebene des externen Umfeldes

Die externen Faktoren üben auf der einen Seite Einfluss auf die Gestaltung der jeweiligen Veränderungen aus, auf der anderen Seite nimmt das Unternehmen durch seine eigene Veränderung Einfluss auf sein Umfeld und prägt z. B. Kundenpräferenzen neu.  

 

Es ist geboten intelligent vorzugehen, wenn im Unternehmen ein Wandel vollzogen werden soll. Und Achtung: Jede Änderung, jede Abweichung von der gegenwärtigen Routine ist ein Wandel. Mal größer, mal kleiner, aber immer ein Wandel, eine Veränderung. Um das Thema in seiner Komplexität zu verstehen, empfehle ich Ihnen unbedingt, sich mit dem Thema Veränderung intensiv auseinander zu setzen.  

 

Beleben Sie den Reformgeist in Ihrem Unternehmen. Seien Sie Unternehmer. Unternehmen sie etwas. Tauschen Sie sich mit uns aus und profitieren Sie vom Expertennetzwerk.